Text: by Femotions
Fotos: Antje Wolm / 11. April 2019

Elisabeth - Der Glaube an sich selbst

Schon als Teenager hat Elisabeth Jazz-Gesangs-Unterricht genommen, die klassische Musik war allerdings ihre größere Leidenschaft. Das vor ihren Freunden und Bekannten zu zeigen war ihr unangenehm. Wenn jedoch die Eltern außer Haus waren, wurden die Opern im Haus so richtig aufgedreht.

Nach der Matura am Musikgymnasium ist für Elisabeth klar, dass sie sich voll und ganz dem Gesang widmen möchte. Mit Vorfreude und etwas Aufregung macht sie sich auf den Weg zum Vorsingen an der Grazer Universität. „Ihre Stimme reiche für eine Gesangskarriere leider nicht aus, sie sei doch eher unmusikalisch und es wäre besser für sie, einen anderen Berufsweg einzuschlagen.“ Solch ein Feedback ist für  ein 17jähriges, empfindsames Mädchen natürlich nicht einfach wegzustecken. Elisabeth bleibt allerdings ihrer Richtung treu und entscheidet sich vorerst für das Studium der Musikerziehung und Gesangspädagogik. Im Laufe der Zeit wird ihre innere Stimme zunehmend deutlicher. Sie spürt, dass sie zwar schon ganz gerne unterrichtet, doch ihr Herz in Wahrheit für etwas anderes schlägt: „Ich möchte Sängerin werden.“  

„Man sollte zu sich selber ein gutes Vertrauen entwickeln und ein bißchen Magie zulassen.“

Elisabeth Breuer

Mit dieser Erkenntnis macht sich Elisabeth auf den Weg zu ihrer Gesangslehrerin – mit der sie übrigens bis heute zusammen arbeitet – und unterbreitet ihr ihre Vision. Dass sie das für keine gute Idee hält, da sie Elisabeth für viel zu dünnhäutig und zu sensibel für die harte Opernwelt wahrnimmt, ist für Elisabeth wie ein Schlag in die Magengrube. „Das hat gesessen. Ich hab geheult wie ein Schloßhund.“ Wie verständlich, dieses Gefühl kennen wir doch alle. Wenn wir einen Traum haben, der unserem Innersten entspringt und einem wichtigen Menschen davon erzählen, kann eine Rückmeldung wie diese sehr schmerzhaft sein. Klingt doch auch so etwas mit wie „er oder sie glaubt nicht an mich“.

Sie geht nach Hause mit einem Gefühl, als hätte jemand ihren Traum wie einen Ballon mit einer Nadel zerplatzt.

Aber – vielleicht kennen das auch viele unter euch – wenn man so sehr am Boden zerstört ist, werden plötzlich Kräfte freigesetzt, die einer wahren Transformation dienen. Die Erkenntnis über ihr Können und der Glaube an sie selbst sind genau hier entstanden. 

Nach dieser Transformation singt Elisabeth anders. Selbstbewusster, mit mehr Fülle; so, dass ihre Lehrerin auf einmal völlig überwältigt von ihrem Auftreten und der Stärke in ihrer Stimme ist. Sie nimmt ihr Feedback zurück und ändert ihre Meinung. Jetzt steht sie auch hinter Elisabeths Traum, eine Sängerin zu werden.

Gegen Ende ihres BA-Studiums bekommt sie drei kleine Rollen und einen Gastvertrag für ein Jahr am Linzer Landestheater. Weiter geht es mit einer fixen Anstellung im Landestheater, wo sie sich ein umfangreiches Repertoir an Opern und Operetten erarbeitet.

Als nach 7 Jahren, im Jahr 2016 die Intendanz wechselt, steht die große Frage im Raum: bleiben oder als freischaffende Sängerin arbeiten? Freischaffend würde bedeuten, außerhalb von Linz interessante Rollen annehmen zu können und sich weiter entwickeln zu können. Das Risiko ist natürlich größer und mit super vielen Ängsten und Zweifeln verbunden. „Was tun, wenn der Terminkalender nicht voll ist? Es gibt doch Sopranistinnen wie Sand am Meer, warum sollte ausgerechnet ICH erfolgreich sein?“ In Linz zu bleiben hätte also den Vorteil, weiterhin ein gesichertes Einkommen und einen gewohnten Ablauf zu haben.

Ihre Entscheidung mußte sie am 3. März 2016 um Punkt 12 Uhr dem Intendanten bekannt geben. Um 11:30 Uhr weiß sie noch immer nicht, welcher Weg der Richtige ist. In solchen Fällen der Unentschlossenheit hat Elisabeth ihre ganz eigene Art, um Hilfe zu bitten. Sie fragt ihre geliebte, bereits verstorbene Oma nach einem Zeichen. Und das kommt prompt. Fünf Minuten vor 12 Uhr bekommt sie einen Anruf von einer italienischen Agentur mit der Anfrage für ein super Engagement für das Opernhaus in Neapel. 

Nun war die Entscheidung klar 🙂 Elisabeth kündigt ihren Vertrag in Linz und macht sich auf den Weg als freischaffende Künsterlin. Es ergibt sich ein tolles Angebot nach dem anderen. Auch rückblickend würde Elisabeth immer wieder die gleiche Entscheidung treffen. 

Wenn die Oma mal kein Zeichen schicken will, aber trotzdem eine wichtiges Thema im Raum steht, befragt Elisabeth gerne ihr 80jähriges Ich, wie es sich denn entscheiden würde. „Man sollte zu sich selber ein gutes Vertrauen entwickeln und ein bißchen Magie zulassen.“

Das 80jährige Ich hilft ihr auch, als sie eine Anfrage für eine Rolle bekommt, von der sie nicht 100%ig überzeugt ist. Die Gage wäre sehr verlockend, doch die weise, alte Frau in ihr gibt ihr den Rat, nie etwas nur für Geld zu tun. Den Mut zu haben, „nein“ zu sagen ist wieder eine Erfahrung, die ihr Mindset erweitert hat. 

„Den Sinn meiner Arbeit als Sängerin habe ich mittlerweile erkannt. Anfangs dachte ich immer, ich rette niemanden damit. Doch dann spürte ich, wie ich die Menschen mit meiner Stimme berühre. Das hat mich zufrieden gemacht und mir den Wert meiner Arbeit gezeigt. Denn, jeder Mensch bekommt Talente in die Wiege gelegt und die sollen dazu dienen, anderen Menschen zu dienen.“

Liebe Elisabeth!

Wie schön, dass es dich gibt und dass du die Menschen mit deiner Musik berührst! Wir wünschen dir weiterhin viel Freude am Tun und mögest du deinem Talent auf den schönsten Bühnen der Welt Ausdruck verleihen! 

Elisabeth "To Go"

ICH

LEBE meinen Traum

LIEBE mein Leben in all seinen Facetten

LACHE bis der Bauch weh tut

ESSE am liebsten in Gesellschaft und mit viel Zeit und Genuss

SCHÄTZE Offenheit, Ehrlichkeit und gute Gespräche

FREUE MICH wenn ich mit meiner Stimme berühren darf

HALTE ABSTAND VON Schnupfennasen 😉

MÖCHTE UNBEDINGT  in der Carnegie Hall in New York singen

LESE GERADE „Eine neue Erde“ von Eckhart Tolle

BIN richtig gut im Ausmisten

HABE DIE VISION andere Künstler zu inspirieren und ihnen Mut zu machen, an sich und ihre Träume zu glauben

,Übrigens hat Elisabeth mit ihrer eigenen Podcast-Reihe „The Artist´s Mindset“ angefangen ihre Vision umzusetzen. So wie bei Spitzensportlern, ist es bei Künstlern genauso elementar zum richtigen Zeitpunkt seine Spitzenleistung abzurufen. Elisabeth hat in den vergangenen Jahren neugierig erforscht was Sportler, aber auch andere erfolgreiche Menschen mental stark macht, um selbst als Sängerin davon profitieren zu können. Und mit diesem Wissen möchte sie nun andere Künstler auf ihrem Weg zu einer erfüllten Karriere inspirieren. 

Hier geht’s zum Podcast

Hier könnt ihr Elisabeth Breuer folgen

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