Text: by Femotions
Fotos: Antje Wolm / 28. März 2019

Simone - Mein Weg in die Unabhängigkeit

„Wer sich an die 80er erinnern kann, hat sie nicht miterlebt.“ Mit diesem Zitat beschrieb der österreichische Sänger Falco das bunte und wild gemusterte Jahrzehnt. Schrille Mode und schrilles Design für fast alles waren Zeichen dieser Zeit. Falls ihr euch noch erinnern könnt…

Mitten in dieser Zeit wuchs Simone in einem kleinen Dorf in der Nähe von Graz auf.

Schon als kleines Kind hat sie dort aus alten Schuhschachteln und Legosteinen Grundrisse erstellt und mit selbstgebastelten Möbeln eingerichtet. 

Dass sie damals schon kund tat, später einmal eine eigene Firma zu haben, erzählte ihr ihre Mutter erst vor kurzem wieder. Sie selbst hatte das völlig vergessen. Zwischen diesen Erinnerungen und ihrem jetzigen Traumberuf, nämlich eine außergewöhnlich gute und kreative Interordesignerin zu sein, liegen viele Erfahrungen und  große Umwege.

Gut 35 Jahre später treffen wir Simone in einem gemütlichen Studentencafe mitten in Graz. Das aufgeweckte und selbstbewusste Mädchen von damals dürfte noch immer in ihr stecken. Alleine ihr kecker Kurzhaarschnitt deutet schon rein äußerlich darauf hin.

"Ich bin nicht zu 100 Prozent perfekt, aber dazu stehe ich und das befreit mich."

Simone Kovac

Bei Cappucino, frisch gepresstem Orangensaft und Sonnenschein plaudert Simone aus dem Nähkästchen über ihren beruflichen Werdegang, der alles andere als vorgezeichnet war. Oder etwa doch?  Mit 19 Jahren, nach der Matura, wusste sie jedenfalls nur eines ganz genau: sie musste den Ort, „an dem es nie regnet, da die Autobahn direkt drüber geht,“ dringend verlassen. So kam es, dass sie sich in Graz niederließ, um sich dort dem Psychologiestudium zu widmen. Doch die viele Theorie konnte ihr Herz nicht erwärmen. Also zog sie weiter Richtung Süden, diesmal zur Sicherheit gleich nach Südamerika, um dort Spanisch und Salsa tanzen zu lernen und anschließend die Karibik zu erkunden.

Nach ihrer Rückkehr nach Graz bekam sie sofort einen Job als Assistentin in einem Architekturbüro. Doch Simone hatte Lust auf mehr. Also machte sie sich wieder auf den Weg. Es war eine IT-Ausbildung, die sie als Consultant in einer großen IT-Firma gut gebrauchen konnte. Doch Simone war immer noch nicht im Glück. Sie entschied sich rund um ihren 30igsten Geburtstag für ein berufsbegleitendes Marketingstudium. Eine 80 Stundenwoche war damals völlig normal, denn sie übernahm die Marketingleitung der Firma sms.at.

Irgendwo dazwischen haben sie und ihr Mann sich das Ja-Wort gegeben und zwei wundervolle Kinder in die Welt gesetzt, die jetzt 10 und 6 Jahre alt sind und denen Werte wie Dankbarkeit vermittelt werden. Sie sollen mit dem Bewusstsein aufwachsen, dass es nicht selbstverständlich ist, so leben zu dürfen, wie uns das hier möglich ist. Denn: „Nicht die glücklichen Menschen sind dankbar, sondern die dankbaren Menschen sind glücklich“. Nach der Karenz war Simone im Brandconsulting teilzeit beschäftigt. Und wieder kam das Gefühl: das Leben hat noch mehr zu bieten. 

Simone Kovac Graz
Simone Kovac Graz

An ihrem 40. Geburtstag war es an der Zeit, Zukunftsentwürfe zu machen. Zur Auswahl standen:

  1. coole Hauspatschen auf den Markt bringen
  2. die Psychologieausbildung fertig machen – doch die Aussicht, in absehbarer Zeit damit Geld zu verdienen, war nicht sehr rosig
  3. sich wieder ihrer Leidenschaft – dem Interiordesign zu widmen

Und wie es der Zufall so wollte, bekam sie noch am selben Abend ein Jobangebot in einem Einrichtungsstudio. Simone ist davon überzeugt: „Wenn du eine bestimmte Energie aussendest, bekommst du genau das angeboten, was dazu passt“. 

Sie mochte diesen Job sehr gerne und durfte viel Erfahrungen sammeln. Was sie allerdings vermisste, war der direkte Kontakt zum Kunden. 

Nach drei Jahren kam dann die große Wende: Einsparungsmaßnahmen kosteten Simone ihre fixe Anstellung. Als ihr damaliger Chef ihr die Nachricht übermittelte, musste sie erst einmal auf ihre Art und Weise frische Luft schnappen. Sie schwingt sich auf ihr Rennrad und fährt mit voller Energie rauf auf den Berg. Oben angekommen läßt sie ihren Emotionen erst mal freien Lauf. Und so wichen ihre Wut, ihre Traurigkeit und die Enttäuschung einer völligen Klarheit: „Ich will nie wieder einen Chef haben.“ Es dauerte ein paar Wochen, bis das letzte Fünkchen Traurigkeit und der gekränkte Stolz gänzlich überwunden waren, doch dann kam die Um- und Aufbruchphase. Sie spürte das dringende Verlangen, an den Resource- und Transformationstrainings von Felix Gottwald und Anna Demel teilzunehmen, den hohen Kosten zum Trotz. Und plötzlich stand das Glück gänzlich auf ihrer Seite, sie war selbständig, hatte ihre eigenen Kunden   und konnte ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Die Ideen begannen nur so zu sprudeln, als wäre ein Ventil geöffnet worden.

Im ersten Jahr als ihre eigene Chefin hat Simone viel in ihre Selbständigkeit investiert, ihre Freundin in hat für ihr Branding gesorgt und sie hat in eine sehr gute Fotografin investiert. Eines ihrer Erfolgsrezepte ist, ihren eigenen Stil zu definieren, denn das ist die Basis für ihre weitere Arbeit. 

Ihr einjähriges Jubiläum im Oktober letzten Jahres nahm sie zum Anlass, mit Freunden, Kunden und Geschäftspartnern gebührend zu feiern. Da waren sie wieder, ihr Stolz und ihre Freude darüber, endlich das Leben zu leben, das ihre Augen mit Freudentränen füllt, wenn sie darüber erzählt. Ihr Leben, in dem sie spürt, „hey – so wie ich jetzt bin, ist es voll okay, eigentlich ist es sogar viel besser als okay. Ich habe eine Mission und die lebe ich jetzt.“

„Meine erste Leidenschaft ist die Ästhetik der Oberfläche, aber ich habe noch eine zweite Leidenschaft, ich nenne sie die Ästhetik des Herzens: das Improtheater. Hier geht’s um das pure Einlassen auf dein Gegenüber. Das Ego und Eitelkeiten haben hier keinen Platz. Das versteht sich von selbst, wenn man weiß, dass man von null auf hundert eine Tomate im Kühlschrank, eine Kuh oder weiß der Kuckuck was, verkörpern soll.“

Das passt dann auch wieder zu Simone, denn Ehrlichkeit und Authentizität sind für sie enorm wichtig. „Ich möchte einfach so sein, wie ich bin, ohne mich verstellen zu müssen.“

Das macht sie auch gerne in Form von Netzwerken. „Es gibt so viele tolle Frauen. Den Austausch unter Kolleginnen möchte ich unbedingt vorantreiben. Ich möchte eine Gesprächskultur aufrecht erhalten, in der Neues entstehen kann. Ich bewundere die junge Generation. Für diese ist das Zusammenhalten und die gegenseitige Untersützung eine Selbstverständlichkeit.“

 

Ein wichtiges Motto von Simone lautet: „Think big!“

Na dann dürfen wir gespannt sein – denn Simone denkt groß: wenn die Kinder aus der Schule sind, möchte sie eine Zeit lang in Australien leben und dort die Welt verschönern. 

Achja. Und am Gipfel oben, mit dem Rennrad in der Hand, wurde Simone noch etwas bewusst: wie wichtig es ihr ist, ihre eigene Signatur verwenden zu können.

Nun, die Freiheit hat sie ja jetzt: 

Die Wahl fiel auf „Lebensfreudeverspüherin“ :). Jetzt geht sie erhobenen Hauptes, mit aufgestellten Haaren und einem Augenzwinkern durch die weite Welt und will dieses tiefe Glück, das jetzt in ihr wohnt, großzügig weitergeben.

 

Liebe Simone!

Wir lassen uns gerne von dir anstecken und freuen uns auf viele schöne Plätze, die durch deine Handschrift zu etwas Besonderem geworden sind! 

 

Simone "To Go"

ICH


LEBE manchmal zu schnell

LIEBE meine Familie

LACHE mehrmals am Tag

ESSE wenn es passt

SCHÄTZE Momente der absoluten Stille

FREUE MICH ÜBER schöne Himmelsstimmungen

HALTE ABSTAND VON Menschen, bei denen ich nicht ich sein kann

MÖCHTE UNBEDINGT wieder nach Australien

LESE GERADE Woher? Wohin? von Wabi Sabi und Becoming von Michelle Obama

BIN eine Lebensfreudeversprüherin (hat mir eine Freundin bei meinem Branding verpasst)

HABE DIE VISION sechs Monate im Jahr in Australien zu leben

Hier könnt ihr Simone Kovac folgen

Übrigens sind die Apartments, in denen die Fotos entstanden sind zu mieten. 

Frederics Caravan Loft

Frederics Blue Designer Loft

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