Text: by Femotions
Fotos: Antje Wolm / 03. Mai 2019

Ursula - eine Influencerin im Interview

Um einen Ausgleich zum  anspruchsvollen Studium (Wirtschaftsrecht mit Masterabschluss) zu bekommen, hat Ursula begonnen zu bloggen. Dass sie damit so erfolgreich wird und das nun hauptberuflich macht, war nicht vorhersehbar.

Ursula, wie nennt man deinen Beruf?

Ich bin Bloggerin. Ich berichte über Beautythemen, Make Up und Skin Care. 

Würdest du dich selbst als Influencerin bezeichnen?

In Wahrheit sind wir alle Influencer. Das heißt ja im Grunde nur, dass sich jeder Mensch von anderen auf eine gewisse Art und Weise beeinflussen läßt. 

Was hat dich dazu bewogen, deinen Blog zu starten?

Ich habe mich schon immer gerne geschminkt und meine Make Up Sammlung war immer schon die größte im Freundinnenkreis. Das ist einfach meine Leidenschaft.

Ich schaue mir gerne Fotos von anderen an, weil mich das inspiriert. Das wollte ich dann auch zu meinem eigenen Hobby machen.

Mit dem Bloggen habe ich begonnen, weil ich das als Ausgleich zu meinem Studium gesehen habe. Das war eine Entscheidung von heute auf morgen damals, im November 2014. Ich habe mir viele You-Tube Tutorials angesehen, um zu lernen, wie das funktioniert. Auch meine Website habe ich selbst erstellt.

Natürlich wollte ich von Anfang an die Menschen mit meinen Themen erreichen, aber dass das so schnell und so gut läuft und ich so eine hohe Reichweite generiere, war nicht vorhersehbar.

Die Leute haben sich direkt für meine Inhalte interessiert. Ich habe die Homepage gebaut, habe mich mit Fotografie und Fotobearbeitung auseinander gesetzt. Es war eine absolut persönliche Weiterentwicklung neben dem Studium. 

Wie machst du auf dich aufmerksam?

Meine Werbeplattform ist Instagram. Hier trete ich mit meinen Themen in Erscheinung und mache auf meinen Blog aufmerksam. So kann ich die Menschen erreichen.

Wie findest du die Inspiration für deine Beiträge? 

Das werde ich oft gefragt. Die Ideen kommen einfach. Ich habe überüberdurchschnittlich viel Make Up und da finden sich die Themen von selbst. Ich lasse mich aber natürlich auch gerne von Make Up Artists, anderen Bloggern oder neuen Produkten oder einfach von meiner eigenen Kreativität inspirieren. 

Wie schaut dein Tag als Bloggerin aus?

80% der Zeit sitze ich ungeschminkt, mit halbfettigen Haaren und Jogginghose vor meinem Schreibtisch. Für mich passt es, wenn ich dem Postboten mit „Halbselbstbewusstsein“ die Türe öffnen kann 🙂 

Ansonsten unterschiedlich. Ich weiß schon meistens eine Woche vorher, welche Beiträge online gehen sollen. Somit shoote ich an einem Tag für mehrere Beiträge, also Produktfotografie. Die nächsten Tage bereite ich die Beiträge dafür vor.
Die Fotos von mir selbst macht meistens mein Mann. Das muss natürlich auch genau geplant werden, da er viel arbeitet. 

Am Abend sitze ich auf der Couch beantworte Emails oder Instagrambenachrichtigungen. Ich besuche verschiedene SocialEvents, um mich über neue Produkte zu informieren und die Leute dahinter kennen zu lernen. 

Ich hatte noch nie eine 40 Stunden Anstellung und kann mir das auch gar nicht vorstellen. Ich wollte gleich nach dem Studium selbständig sein. Und ich liebe es. Es hat viel mit Disziplin zu tun, weil hier zwingt mich keiner dazu, etwas zu tun. Aber ich weiß, wofür die Sachen wichtig sind. Der Sinn ist mir bewusst. Das ist im Angestelltenverhältnis manchmal nicht der Fall. 

Ich bin noch so gespannt, was alles auf mich zukommt. Mir ist schon klar, dass es sehr unwahrscheinlich ist, mit 60 Jahren noch zu bloggen. Ich bin sicher, irgendwann wird die zündende Idee kommen und dann werde ich mir ein zweites Standbein aufbauen. Ideen dazu trage ich schon in mir ;). 

Wann hast du begonnen, mit dem Bloggen Geld zu verdienen? 

Das war relativ bald. So circa nach 1 1⁄2 Jahren. Die Höhe der Einnahmen ist abhängig von der Art der Beiträge. Ein Blogbeitrag plus Instragram-Story und Instagrambeitrag ist natürlich viel mehr wert als ein Blogbeitrag alleine. 

Es melden sich bei mir so viele Firmen die möchten, dass ich von ihren Produkten berichte und die davon ausgehen, dass ich gratis arbeite. Das ist für mich nicht wertschätzend. Es bedeutet viel Arbeit und vor allem viel Zeitaufwand, die Inhalte ansprechend zu gestalten. 

Wenn ich selbst von Produkten nicht überzeugt bin, müssen die Firmen auch mal damit rechnen, dass ich mich dementsprechend dazu äußere und sage, was mir nicht gefällt. 

Ich bestehe schon darauf, die Produkte, die ich präsentieren soll, für ein bis zwei Wochen zu testen. Ich möchte den Lesern einen genauen Bericht geben, was ich von dem Produkt halte. 

„Wahre Schönheit ist für mich nicht das was man angreifen kann, sondern das was dahinter steht“

Ursula

Muss man in als Influencerin sehr extrovertiert sein? 

Es gibt genug Bloggerinnen, die eigentlich sehr introvertiert sind. Der Vorteil ist ja, dass du hauptsächlich alleine arbeitest und alleine vor der Kamera stehst. Wichtig ist die Frage: „Wie stehe ich zu mir selbst?“.
Man braucht schon ein gewisses Selbstbewusstsein um das zu tun, was ich mache. 

Ich hatte schon immer ein gesundes Selbstbewusstsein, augenommen in der Zeit der Pupertät. Zweifel habe ich selten. Oft fehlt mir allerdings das direkte Feedback, weil ich in keinem Team arbeite. 

Manchmal ist es schon sehr schräg, mit Menschen zu kommunizieren, die ich nicht kenne. Ich arbeite mit einer Riesencommunity, die sehr viel über mich weiß und von mir sieht. Ich kenne nur die Zahl, die hinter der Community steht. Das macht mich manchmal schon ein bißchen einsam. Dann muss ich wieder unter Leute gehen. 

Welche Werte hast du? 

Ehrlichkeit ist für mich ganz wichtig. Ehrlich zu mir selbst zu sein und auch ehrlich und authentisch mit meinen Lesern zu sein.

Selbstakzeptanz. Dass ich dazu stehe und annehme, wer ich bin und mich nicht verstelle bzw. versuche, jemand anderer zu sein. 

Mein Bauchgefühl. Darauf vertraue ich. Darauf habe ich mich auch verlassen, als ich mich dafür entschieden habe, nach meinem Masterabschluss in Wirtschaftsrecht nicht den klassischen Karriereweg einzuschlagen. Das war auch für meine Eltern nicht leicht zu verstehen. Die waren da schon sehr skeptisch, da sie mit meinem Beruf wenig vertraut sind. Dieser Skepsis entgegenzuwirken und standhaft zu bleiben habe ich auch meinem Selbstvertrauen zu verdanken. 

Was bewunderst du an anderen Menschen? 

Wenn sie zu dem stehen, was sie eigentlich machen möchten. 

Ursula "To Go"

ICH

LEBE positiv und mit dem Blick nach vorne.

LIEBE meinen Mann. Über alles.

LACHE täglich. Viel.

ESSE liebend gern.

SCHÄTZE ehrliche Menschen.

FREUE MICH über den Frühling.

HALTE ABSTAND VON Energiesaugern und Rauchern

MÖCHTE UNBEDINGT  eine Familie gründen, ein Haus bauen und immer selbständig bleiben.

LESE GERADE alle Teile von Harry Potter.

BIN eine Genießerin.

HABE DIE VISION bei egal was ich mache, Menschen zu inspirieren und ihnen ein schönes Gefühl vermitteln zu können

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